Der Befund, mit dem das anfängt
Ich habe 147 Gastro-Websites in der Region Kreuzlingen/Thurgau abgerufen und vermessen. Das Ergebnis war eindeutiger, als ich erwartet hatte:
| 98 % | zeigen Google ihre Speisekarte nicht (127 von 130 erreichbaren) |
| 94 % | zeigen Google ihre Öffnungszeiten nicht |
| 88 % | sagen Google nicht einmal, dass sie ein Restaurant sind |
| 17 | Adressen antworteten gar nicht mehr |
Das ist keine Schätzung: gemessen am 5. August 2026, jede Seite einzeln abgerufen. Nicht gemessen habe ich Google-Business-Einträge und ob die Karten inhaltlich aktuell sind.
Was es bedeutet: Wer „Mittagsmenü Kreuzlingen“ sucht, findet fast nirgends eine Karte — Google hat sie schlicht nie zu sehen bekommen. Auf Ihrer Seite steht sie vielleicht. Lesbar für eine Maschine steht sie fast sicher nicht.
Warum die Seite trotzdem niemand pflegt
Es liegt selten am Wirt. Bei dem Betrieb, mit dem ich angefangen habe, war das Reservationssystem tadellos gepflegt, Betriebsferien und alles — nur die Website nicht. Er ist nicht bedienungsscheu. Die Website ist ihm zu umständlich: einloggen, Baukasten, Block suchen, Vorschau, speichern, und das am Sonntagabend nach Feierabend.
Deshalb gibt es hier keine Oberfläche, in die Sie sich einarbeiten müssen.
Ihre offenen Stellen, dort wo gesucht wird
Personal zu finden ist in Ihrer Branche schwerer als Gäste zu finden. Google hat für Stellenanzeigen eine eigene Suchfläche — wer „Service Stelle Kreuzlingen“ sucht, bekommt dort einen Kasten mit Anzeigen, noch vor den normalen Treffern.
Keine einzige der 271 Seiten, die ich im Revier gemessen habe, taucht dort auf. Nicht wenige — keine. ⚠️ Gemessen ist dabei nur die Startseite; ein Betrieb kann eine Stellenseite haben, die ich nicht gesehen habe.
Sie schicken mir „Wir suchen eine Servicemitarbeiterin, 60 bis 100 Prozent, ab sofort“ — den Rest mache ich. Jede Anzeige bekommt ein Ablaufdatum, und danach verschwindet sie automatisch aus der Suche. Auf Ihrer Seite bleibt sie durchgestrichen stehen, damit niemand denkt, er habe sich geirrt.
Was bei Ihnen läuft, mit Datum
Metzgete, Adventsbrunch, das Konzert im Saal — das steht heute auf einem Zettel an der Tür und auf keiner Seite, die eine Maschine lesen kann. Von 271 gemessenen Seiten im Revier zeigt genau eine Google einen Anlass.
Ein vergangener Anlass verschwindet bei uns nicht: Er bleibt stehen, mit „war am“. Für jemanden, der zum ersten Mal auf die Seite kommt, ist das die Auskunft, dass hier regelmässig etwas passiert. Für Google ist er weg — was vorbei ist, wird nicht beworben.
Die Fragen, die Sie dauernd beantworten
„Haben Sie am Sonntag offen?“ „Kann ich mit dem Hund kommen?“ „Gibt es etwas Vegetarisches?“ — mehrmals am Tag, jedes Mal neu, meistens während Sie etwas anderes tun. Diese Fragen stehen mit Ihren Antworten auf der Seite.
🔴 Und hier sage ich Ihnen etwas, das Ihnen sonst niemand sagt: Google hat die eigenen Anzeigekästen für solche Fragen am 7. Mai 2026 abgeschaltet — seit 2023 gab es sie nur noch für Behörden und Spitäler, seither für niemanden mehr. Wenn Ihnen jemand „FAQ für bessere Google-Sichtbarkeit“ verkauft, verkauft er etwas, das es nicht mehr gibt.
Der Abschnitt bleibt trotzdem drin, aus einem anderen Grund: Er beantwortet die Frage, bevor jemand anruft. Das spart Ihnen Zeit, nicht Google.
Wenn Sie zumachen, muss Google es wissen
Sie melden Ihre Betriebsferien, hängen den Zettel an die Tür — und Google zeigt Sie an dem Sonntag weiter als geöffnet. Jemand fährt hin und steht davor. Das ist die Sorte Ärger, für die Sie nichts können und die trotzdem an Ihnen hängen bleibt.
Sie schicken mir „vom 5. bis 22. Oktober geschlossen“. Der Zeitraum steht dann bei Ihren Öffnungszeiten auf der Seite, und er steht in der Form da, die Google für Sonderzeiten liest — bis der letzte Tag vorbei ist, dann verschwindet er von selbst. Dasselbe für Feiertage und einzelne Ruhetage.
Mail unter Ihrer eigenen Adresse
Wenn Sie eine Adresse haben, gehört auch die Post dazu. [email protected]
statt einer Gratis-Adresse mit Ihrem Nachnamen und einer Zahl — auf der
Visitenkarte, in der Signatur, auf dem Lieferschein.
Sie ändern dabei nichts an Ihrem Alltag. Die Mail landet in dem Postfach, das Sie heute schon benutzen und kennen. Sie richten kein neues Programm ein, lernen nichts Neues, und schreiben können Sie von derselben Adresse aus wie bisher — nur steht jetzt Ihre eigene davor.
Was ich dabei nicht bin: Ihr Postfach. Ihre Post liegt, wo sie heute liegt. Ich habe kein Kennwort von Ihnen und lese nichts mit. Ich richte den Weg ein und halte ihn offen; alles andere bleibt bei Ihnen und Ihrem Anbieter.
Eine Adresse, unter der Ihre Sachen liegen
Die gedruckte Karte, der Aushang fürs Fenster, das Bild fürs Handy, Ihre Farben und Schriften — die schicke ich Ihnen nicht als Anhang, den Sie in drei Wochen suchen. Das liegt unter einer eigenen Adresse auf Ihrer Website, und es ist immer der Stand von heute.
Dazu gehört eine Seite mit Ihrer Marke: welche Farben Ihre sind, mit den Werten, die eine Druckerei braucht — damit der nächste Flyer aussieht wie Ihre Tür und nicht wie eine Vorlage.
Beides ist für Sie, nicht für Gäste: Suchmaschinen ist es verboten, und in Ihrem Menü steht es nicht.
Wie es abläuft
Der Ablauf ist bewusst umgekehrt zum Üblichen — die Seite steht, bevor wir zum ersten Mal reden.
- Ich baue sie, ungefragt. Mit Ihren eigenen Inhalten, an einem Nachmittag. Sie steht auf einer Adresse, die niemand findet, und Suchmaschinen ist sie ausdrücklich verboten.
- Ich zeige sie Ihnen. Ein Blatt Papier: was Ihre jetzige Seite kann, was die neue kann, und die Fragen, die nur Sie beantworten können. Sie vergleichen beide auf demselben Handy.
- Sie sagen ja oder nein. Sagen Sie nein, verschwindet die Seite und Sie hören nichts mehr von mir. Sie haben nichts bestellt und schulden nichts.
- Danach schicken Sie Nachrichten. „Ab Montag Rösti mit Spiegelei, 18.50.“ Ich baue es ein, Sie bekommen es zum Anschauen zurück, und erst wenn Sie ok schreiben, ist es online. Es geht nie etwas raus, das Sie nicht gesehen haben.
Schritt 1 bis 3 sind für Sie kostenlos. Bezahlt wird ab dem Ja.
Was es kostet
Ein Festpreis, keine Stundenrechnung. 1'400 Franken für die Seite, 50 im Monat fürs Weiterführen. Ob Ihr Nachbau mich einen Nachmittag oder zwei Tage kostet, ist mein Problem, nicht Ihr Preis.
Die 50 im Monat sind für alles, was von selbst falsch wird: die Karte, die Zeiten, Ferien und Feiertage, Anlässe, offene Stellen — und dass Ihre Adresse und Ihre Mail weiterlaufen. Nicht für einen Server: Ihre Seite ist eine Datei, die ausgeliefert wird, ohne Datenbank und ohne Konten. Bezahlt wird das Nachführen, nicht die Technik.
Zum Vergleich: Der übliche Vertrag in dieser Branche — Website-Baukasten eines grossen Anbieters — liegt bei rund 1'490 Franken Einrichtung plus 990 im Jahr, drei Jahre Laufzeit. Das sind 4'460 Franken, und danach gehört Ihnen die Website nicht: Sie bekommen Ihre Texte und Bilder zurück, nicht die Seite.
| Auf drei Jahre | |
|---|---|
| Baukasten-Vertrag | 4'460 (1'490 + 3 × 990) |
| Hier | 3'200 (1'400 + 36 × 50) |
Dazu ohne Bindung über zwölf Monate hinaus, und die Seite gehört Ihnen samt Quelltext. Wenn Sie mich weglegen, läuft sie weiter.
Was ich nicht mache
Kein Reservationssystem. Ihres funktioniert, und ein Buchungssystem, das am Samstagabend doppelt bucht, erzeugt einen wütenden Gast an Ihrer Tür. Wenn Sie eines nutzen, binde ich es ein — es lädt erst, wenn jemand darauf klickt.
Keine Messung auf Ihrer Seite. Dort läuft kein Zählpixel, kein Cookie, kein fremder Abruf — das steht wörtlich in ihrem Fuss, und es bleibt wahr. Gezählt wird eine Stufe davor, beim Server, der die Seite ausliefert: wie oft eine Seite abgerufen wurde. Das ist keine Besucherzahl, und auf Ihrem Blatt steht sie auch nicht als eine. Wer Ihnen „341 Besucher“ verspricht, misst Ihre Gäste.
Kein Postfach. Ich richte Ihre Mailadresse ein und halte den Weg offen — betreiben tue ich sie nicht. Ihre Post liegt bei Ihrem Anbieter, Ihr Kennwort haben Sie. Wer eine Firma sucht, die seine Geschäftspost verwaltet, sucht etwas anderes als mich.
Keine Rufbereitschaft. Schicken Sie Ihre Änderung, wann Sie wollen; sie ist am nächsten Tag drin, nicht in zwei Minuten. Wer das braucht, braucht etwas anderes als mich.
Keine Fotos von der Stange. Was auf Ihrer Seite steht, muss Ihnen gehören oder von mir gemacht sein. Dafür gibt es einen Bogen, den wir zusammen durchgehen — bevor etwas online geht, nicht danach.